< froschprinz(essin) gesucht!
Samstag, den 13. Oktober 2018 19:59 Alter: 30 Tage

Rumpelstilzchen hat seinen Namen vergessen


Man kennt das ja: Manche Männer bekommen die tollsten Frauen nur, weil sie reich sind und gut aussehen. Oder wieso kann sich die schöne und kluge Müllerstochter aus der Geschichte von Rumpelstilzchen überhaupt für den eingebildeten, gierigen König erwärmen? Kurze Zusammenfassung: Der König macht eine Reise durch sein Reich und trifft an einem Gartenzaun auf einen Müller, der mit seiner schönen, klugen Tochter angibt. Voll in Fahrt, behauptet er, sie könne sogar Stroh zu Gold spinnen, ja ja. Findet der König gut, weil er Kapitalist ist. Er lädt die junge Müllerin ein auf sein Schloss. Um sie zu prüfen, sperrt er sie in eine Kammer voll Stroh, damit sie daraus Gold spinnt - sonst setzt es was. Da weint sie bitterlich, weil sie halt kein Gold spinnen kann – weder aus Stroh, noch aus Wolle, noch aus Spaghetti oder sonst was. Sie ist nur schön und klug. Wo sie gerade so am Weinen ist, kommt ein total hässlicher Zwerg aus einer Tür gesprungen und will das Gold für sie spinnen. Aber nicht für lau, das nicht. Sie gibt ihm ihre Halskette. Deal. Der König sieht am nächsten Tag das ganze Gold und kriegt den Hals nicht voll. Er will jetzt ne doppelt so große Kammer voll Gold gesponnen kriegen. Der Zwerg hilft wieder und bekommt dafür ihren Ring, wow. Unserem König reicht das aber noch immer nicht: Er sperrt das Mädchen in eine dreimal so große Kammer wie am Anfang und wenn sie das jetzt auch noch auf die Reihe kriegt, ist er so freundlich und nimmt sie zur Frau. Die Müllerstochter will es dem Kerl noch immer recht machen. Sie verspricht dem Zwerg, der ihr als einziger helfen kann, ihr erstes Kind, das sie dann mit dem König haben wird. Sie hat nämlich keinen Schmuck mehr und der Zwerg ist kinderlos und hätt aber gern eins, ist aber Single? Weiß nicht genau. Die Müllertochter schlägt ein, so wird`s gemacht. Am nächsten Morgen kommt der König und findet alles wie bestellt vor und jetzt heiratet er das Mädchen wirklich, weil sie ne gute Partie zu sein scheint. Als aber nach einem Jahr tatsächlich ein Töchterchen geboren wird, kommt glatt dieser Gnom angesprungen und will den Säugling mitnehmen. Versprochen ist versprochen. Nö, was anderes will er nicht, kein Gold und keine Edelsteine. Kinderwunsch hat er. Aber wenn die Schöne innerhalb von drei Tagen seinen Namen errät, lässt er den Balg da, na gut. Da wird sie ja wohl kaum drauf kommen, bei dem abgefahrenen Namen, hihi. Keiner heißt schließlich so wie er, der Name ist total selten, wirklich schräg. Außerdem lebt er in völliger Isolation, niemand spricht seinen Namen je aus. Er selbst hat ihn ja jahrelang nicht mehr gehört oder selbst ausgesprochen … äh … ja, wie heißt er eigentlich nochmal? Das ist ja jetzt blöd. Nun weiß er`s glatt selbst nicht mehr! Au weia. „Hallo … ich rede mit Dir? Wie ich das jetzt rausfinden soll?“ fragt das Mädchen verzweifelt. „Ähhh. Wart amal. Des weiß ich net, weil ich grad selbst a weng häng.“ Die Müllerstochter kann es nicht fassen. „Ja, dann is des aber irgendwie net fair.“ Das Männchen sieht das ein, fair ist das nicht. „Wenn du mir hilfst, dass ich mich dran erinnere, darfst du dein Kind behalten. Des is aber doch dann fair?“ Die Schöne willigt ein – der Zwerg tut ihr leid und eigentlich war er bisher immer so nett gewesen. Sie kann ja auch irgendwie verstehen, dass er sich ein Kind wünscht. Nur seine Methode, wie er da rankommen will ist halt schon echt spooky.

Jetzt kennt die Königin aber eine gute Apotheke im Königreich, die ihr schon so toll geholfen hat nach dem Dammschnitt, der nicht heilen wollte. Und zu dieser frosch Apotheke schleppt sie jetzt den Zwerg, der seinen Namen vergessen hat. Er fühlt sich gleich gut aufgehoben, denn keiner lacht ihn aus – das hatte er befürchtet – nein, man kümmert sich voll lieb und stellt eine Therapie auf die Beine. Versprechen tut man ihm nix, weil das ein schwieriges Thema ist, mit dem Gedächtnis und Zeit braucht es auch. Eigentlich hat der kleine Kerl nach mehreren Wochen der Einnahme alle Hoffnung fahren lassen. Ist aber gar nicht mehr so schlimm, weil er trotzdem das Baby jeden Tag sehen darf. Die Königin hat sich nämlich mit ihm angefreundet. Wie auch schon ihren Gatten, den zuvor so unsympathischen König, hat das kleine Mädchen nämlich auch den seltsamen Zwerg längst weich gekocht. Er ist so süß mit ihrer Maus. Die Kleine ist ganz verrückt nach ihm. Wenn die kleine Prinzessin an dessen Bart zieht, kichert sie vor Vergnügen. Und der Zwerg auch. Jetzt musste er so alt werden, um das Glück zu finden! Die Königin ist ihm auch so sehr ans Herz gewachsen. „Ach Rumpelstilzchen“, denkt er sich „genau so hast du dir das immer gewünscht.“ Oh! „Rumpelstilzchen!“ ruft er „Das war`s!“ Und er ruft seinen Namen immer wieder, bis die Schöne angerannt kommt und begreift, was los ist. Sie fassen sich bei den Händen und tanzen und brüllen den schrägen Namen heraus, bis ihnen vor Lachen die Tränen kommen. Und so wächst die kleine Prinzessin liebevoll umsorgt in ihrem Königreich auf - mit Opa Rumpelstilzchen an der Seite.